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| Mo, 04.04.2011 09:50

Wie finanzieren sich Existenzgründer

Von: Ronald Lehnert

Die Frage der richtigen Finanzierungsbestandteile ist eines der Kernthemen von Existenzgründungen. Es kommt darauf an, die jeweils passenden Elemente zu mixen. Bereits die Vorbereitung bedarf großer Sorgfalt, da der Finanzierungsbedarf genau ermittelt werden muss.


Die erste Betrachtung zielt ab auf den möglichen Eigenkapitalanteil, welcher eingebracht werden kann. Im Weiteren geht es um die Aufschlüsselung der benötigten Mittel. Viele Förderprogramme unterscheiden hier genau zwischen Investitionen in Maschinen, Geräte und Anlagen und dem Finanzbedarf bei Betriebsmitteln.

Oftmals unterschätzt wird eine genaue Berechnung der Anlaufkosten. Für wie viele Monate müssen die Fixkosten gedeckt sein? Ab wann wird der Break Even erreicht?

Diese hier kurz angesprochenen Aspekte werden ausführlich in der Finanzplanung abgebildet. Auf Basis dieser Planung kann dann eine Betrachtung der möglichen Programme z.B. der KfW, Landesförderbanken und auch der Hausbanken erfolgen. Hier sind speziell das „KfW-StartGeld” und „ERP-Kapital für Gründung” im Fokus der Existenzgründer.

Das KfW-Startgeld ist eine der beliebtesten Formen der Finanzierung. Es werden sowohl Investitionen als auch Betriebsmittel gefördert. Die Höchstsumme beträgt mittlerweile 100.000€ bei einer möglichen Haftungsfreistellung von 80% für die betreuende Hausbank.

Mit dem „ERP-Kapital für Gründung“ gibt es Nachrangkapital für Gründer und junge Unternehmen. Es stärkt die Eigenkapitalbasis und hilft, die Aufnahme von Fremdkapital zu ermöglichen.

Wer ALGI bezieht, kann über einen Zeitraum von neun Monaten einen Zuschuss in Höhe des Arbeitslosengeldes erhalten. Auch für Gründer mit ALGII ist eine Förderung möglich. Dies ist allerdings eine „Kann“-Leistung. Sie beträgt bis zu 50% der Höhe der Regelleistung für 1 Jahr.

Gerade die Länder bieten viele unterschiedliche Programme an, welche speziell auf eine Region, einen Bereich oder auf bestimmte Berechtigte zugeschnitten sind.

Die Seiten des Bundesministeriums für Wirtschaft und Technologie unter Foerderbank.de bieten eine gute Recherchemöglichkeit für die einzelnen Programme.

Bei Existenzgründern und kleinen Unternehmen besteht oft einen Mangel an Kapital zur Absicherung des Geschäftes, zur Vorfinanzierung von Aufträgen und ähnlich gelagerten finanziellen Herausforderungen. Bei den Hausbanken wird man mit seinen Anfragen in der Regel kaum Erfolg haben.

Für die Kreditinstitute sind diese Kleinkredite nicht attraktiv genug. Des Weiteren ist eine Zusage der Hausbank bei nicht ausreichenden Sicherheiten nur schwer zu erwarten.

Hier helfen Mikrofinanzierungen. Diese stellen den Antragstellern Kleinkredite von einigen Hundert- bis zu 20.000€ zur Verfügung.

Diese Fonds finanzieren neugegründete High-Tech-Unternehmen bei der Umsetzung innovativer Ideen. Dabei wird den Gründern in der Startphase Risikokapital zur Verfügung gestellt.

Business Angels sind die immer wichtiger werdenden Finanzierer in frühen Unternehmensphasen. Sie können das Unternehmen in der Öffentlichkeit bekannter machen und verfügen über Netzwerke, damit in dieser Phase Kapital, Know-how und Kontakte gefunden werden.

Gründerinnen und Gründer aus Hochschulen werden damit finanziell gefördert. Dies betrifft sowohl innovative und technologieorientierte Gründungsvorhaben, wie auch wissensbasierte Dienstleistungen, die auf wissenschaftlichen Erkenntnissen beruhen. Die finanzielle Förderung gibt es als Sicherung des persönlichen Lebensunterhalts mittels Stipendium, als Finanzierung von Sachausgaben oder als Coaching.

In dieser Auflistung sind einige der wichtigsten Finanzierungsquellen für Existenzgründer gezeigt. Die praktischen Möglichkeiten sind aber noch um einiges umfangreicher. Viele der Programme haben aber auch Einschränkungen in ihrer gegenseitigen Kombinierbarkeit.

Dies zu analysieren ist die Aufgabe einer Fördermittelberatung durch einen qualifizierten Existenzgründungsberater.

Zum Autor: Ronald Lehnert ist Unternehmens- und Existenzgründungsberater sowie Existenzgründercoach für alle Fragen zu Existenzgründung, Existenzsicherung, Fördermittel und Existenzgründercoachings für kleine und mittlere Unternehmen (KMU). Weitere Informationen sind unter www.unternehmensberatung-lehnert.de abrufbar.