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Wirtschaft | Mi, 29.04.2015 10:24

Wirtschaft in Baden-Württemberg legt kräftig zu

Nach einer bereits positiven Halbjahresentwicklung nahm die baden-württembergische Wirtschaft weiter Fahrt auf und schloss im Gesamtjahr 2014 mit einem insgesamt überdurchschnittlichen realen Wachstum ab. Vor allem dank der starken Industrie sowie den hohen Zuwächsen im Baugewerbe und im Bereich „Finanz-, Versicherungs- und Unternehmensdienstleister; Grundstücks- und Wohnungswesen“ erzielte Baden‑Württemberg 2014 mit einem Anstieg des preisbereinigten Bruttoinlandsprodukts (BIP) um 2,4 Prozent gegenüber dem Vorjahr ein deutlich höheres Wachstum als Deutschland insgesamt (+1,6 Prozent).


Dies ergeben die vom Arbeitskreis „Volkswirtschaftliche Gesamtrechnungen der Länder“ vorgelegten Wirtschaftszahlen 2014 auf Länderebene, so das Statistische Landesamt. Demnach erreichte die Wirtschaft im Südwesten 2014 mit 2,4 Prozent Plus im Ländervergleich das höchste Jahreswachstum, gefolgt von Berlin und Sachsen mit 2,2 bzw. 1,9 Prozent preisbereinigtem BIP-Anstieg. Von den anderen großen Flächenländern ist Bayerns Wirtschaft 2014 preisbereinigt um 1,8 Prozent gewachsen, und in Hessen, Niedersachsen und Nordrhein-Westfalen ergaben sich Wachstumsraten von 1,4 bzw. jeweils 1,3 Prozent. Nominal, d.h. in jeweiligen Preisen, stieg das baden-württembergische Bruttoinlandsprodukt – als Maß für die hier zu Lande insgesamt erstellten Waren und Dienstleistungen – im Jahr 2014 um 4,1 Prozent auf rund 438 Milliarden Euro. Gemessen an der Wirtschaftsleistung ist der Südweststaat damit nach Nordrhein-Westfalen (625 Mrd.) und Bayern (522 Mrd.) das drittstärkste Bundesland. Zusammen erwirtschafteten diese drei Länder 2014 mehr als die Hälfte (54,6 Prozent) des gesamtdeutschen BIP.

Als wesentlicher Wachstumsmotor der hiesigen Wirtschaft erwies sich wie so oft das Verarbeitende Gewerbe. Insgesamt verzeichnete die baden-württembergische Industrie 2014 einen Anstieg der preisbereinigten Bruttowertschöpfung gegenüber dem Vorjahr um 4,1 Prozent im Vergleich zu 2,2 Prozent in Deutschland. Mit einem Anteil von knapp einem Drittel (32,5 Prozent) an der gesamten baden-württembergischen Wirtschaftsleistung (Deutschland: 22 Prozent), stellte die heimische Industrie damit hier zu Lande einen deutlich stärkeren Wachstumsbeitrag als im Bundesgebiet insgesamt.

Zu der im Bundesvergleich günstigeren Entwicklung 2014 trugen insbesondere die für die Südwestwirtschaft bedeutsamen Bereiche Fahrzeugbau sowie die Herstellung von Metallerzeugnissen und von chemischen Erzeugnissen maßgeblich bei. Mit ebenfalls überdurchschnittlichen Wertschöpfungszuwächsen sorgten 2014 auch das Baugewerbe sowie im Dienstleistungssektor die Unternehmensdienstleister für das insgesamt bessere Abschneiden BadenWürttembergs. Die Bereiche „Handel, Verkehr und Lagerei, Gastgewerbe, Information und Kommunikation“ sowie „Öffentliche und sonstige Dienstleister, Erziehung und Gesundheit, Private Haushalte mit Hauspersonal“ blieben dagegen mit 0,7 bzw. 0,9 Prozent realem Plus der preisbereinigten Bruttowertschöpfung unter dem Bundesdurchschnitt.

Die Zahl der Erwerbstätigen erreichte im Jahr 2014 das vierte Jahr in Folge einen neuen Höchststand. Nach noch vorläufigen Berechnungen des Arbeitskreises „Erwerbstätigenrechnung des Bundes und der Länder“ wurde die Wirtschaftsleistung BadenWürttembergs von rund 6,02 Millionen Erwerbstätigen erbracht. Der letzte Erwerbstätigenhöchststand aus dem Jahr 2013 wurde damit nochmals um 74.600 Erwerbstätige oder 1,3 Prozent übertroffen. Die die nominale Arbeitsproduktivität– das Bruttoinlandsprodukt je Erwerbstätigen – hat sich in der Südwestwirtschaft im Jahr 2014 auf 72.805 Euro erhöht, 2,9 Prozent oder rund 2.020 Euro mehr als im Jahr zuvor. Nach Hamburg mit 86.430 Euro je Erwerbstätigen, dem Spitzenplatz unter den Ländern, sowie Hessen mit rund 75.710 Euro weist BadenWürttemberg damit knapp hinter Bayern (rund 72.870 Euro) die vierthöchste Arbeitsproduktivität aus. Gemessen als preisbereinigtes BIP je Erwerbstätigen stieg die gesamtwirtschaftliche Arbeitsproduktivität 2014 im Südwesten um 1,1 Prozent an, deutlich stärker als im Bundesdurchschnitt (+0,7 Prozent).

(Redaktion)