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Wirtschaft | Mo, 31.03.2014 09:34

Wirtschaft in Baden-Württemberg nimmt Fahrt auf

Nach einem schwachen ersten Halbjahr hat die baden-württembergische Wirtschaft wieder zugelegt und erzielte 2013 im Jahresdurchschnitt insgesamt ein moderates reales Wachstum. Nach ersten vorläufigen Berechnungen wies das Bruttoinlandsprodukt (BIP) 2013 preisbereinigt ein Plus von 0,9 Prozent gegenüber dem Vorjahr auf. Dies teilte Dr. Carmina Brenner, der Präsidentin des Statistischen Landesamtes, mit. Die in der zweiten Jahreshälfte 2013 zusehends einsetzende konjunkturelle Erholung hatte damit hier zu Lande einen deutlich stärkeren Wachstumseffekt als in Deutschland insgesamt (+0,4 Prozent).


Im Vergleich der Flächenländer erreichte die Wirtschaft im Südwesten im Jahr 2013 nach Bayern (1,0 Prozent) zusammen mit Hessen mit 0,9 Prozent preisbereinigtem BIP-Anstieg das zweithöchste Jahreswachstum. Die anderen großen Flächenländer Nordrhein-Westfalen (−0,1 Prozent), Niedersachsen (0,0 Prozent) und Rheinland-Pfalz (0,2 Prozent) blieben unter dem Bundesdurchschnitt.

Nach dem vom Statistischen Landesamt Baden-Württemberg berechneten Gesamtkonjunkturindikator dürfte sich der Aufschwung im Südwesten im laufenden Jahr fortsetzen. Die Einschätzung der Rahmenbedingungen, wie die Nachfrage nach Industrieprodukten aus Baden-Württemberg oder die Preis- und Beschäftigungsentwicklung, lassen für das Gesamtjahr 2014 einen weiteren Anstieg der realen Wirtschaftsleistung im Land erwarten.

Vor allem der dynamischen Entwicklung der Südwestindustrie in der 2. Jahreshälfte 2013 ist es zu verdanken, dass die reale Wirtschaftsleistung in Baden-Württemberg, trotz des Dämpfers im 1. Halbjahr, im abgelaufenen Jahr einen Anstieg um 0,9 Prozent verbuchen konnte. Mit einem Anteil von knapp einem Drittel an der gesamten baden-württembergischen Wirtschaftsleistung (Deutschland: 22 Prozent), erwies sich so die heimische Industrie als der zentrale Wachstumsmotor, der maßgeblich zu einer günstigeren Konjunkturentwicklung des Landes beitrug.

Insgesamt verzeichnete die baden-württembergische Industrie 2013 einen Anstieg der preisbereinigten Bruttowertschöpfung um 1,6 Prozent gegenüber dem Vorjahr. Im Ländervergleich war dies vor Hessen (+1,5 Prozent) das größte Plus, während bundesweit die Wirtschaftsleistung der Industriebetriebe 2013 (+0,1 Prozent) nur knapp über dem Vorjahresniveau lag.

Das Baugewerbe verzeichnete ein Minus der preisbereinigten Bruttowertschöpfung von 1,3 Prozent im Vergleich zu 2012. Demgegenüber konnten die Dienstleistungsbereiche 2013 überwiegend zulegen. So verbuchten die „Finanz-, Versicherungs- und Unternehmensdienstleister“ wie auch der Bereich „Handel, Verkehr und Lagerei, Gastgewerbe, Information und Kommunikation“ ein reales Plus der preisbereinigten Bruttowertschöpfung von 1,5 Prozent. Der Bereich „Öffentliche und sonstige Dienstleister, Erziehung und Gesundheit, Private Haushalte mit Hauspersonal“ wies dagegen ein geringes Minus auf (−0,5 Prozent).

Die Wirtschaftsleistung Baden-Württembergs wurde im Jahresdurchschnitt 2013 nach ersten vorläufigen Berechnungen des Arbeitskreises „Erwerbstätigenrechnung des Bundes und der Länder“ von rund 5,86 Millionen Erwerbstätigen erbracht – das dritte Jahr in Folge ein neuer Höchststand. Der letzte Erwerbstätigenrekord im Südwesten aus dem Jahr 2012 wurde damit nochmals um 61.200 Erwerbstätige oder 1,1 Prozent übertroffen. Den stärksten Personalaufbau verzeichnete 2013 dabei der Dienstleistungssektor mit einem Plus von 51.100 Arbeitsplätzen auf insgesamt knapp 3,96 Millionen (+1,3 Prozent). Im Produzierenden Gewerbe waren  1,83 Millionen Personen erwerbstätig, 12.700 mehr als ein Jahr zuvor (+0,7 Prozent), während in der Land- und Forstwirtschaft ein Beschäftigtenrückgang von 2.600 Personen gegenüber 2012 (−3,4 Prozent) verzeichnet wurde.

Der insgesamt stärkere Zuwachs der Beschäftigung im vergangenen Jahr im Vergleich zum prozentual geringeren Konjunkturanstieg spiegelt sich allerdings in einem leichten Rückgang der Arbeitsproduktivität wider. Gemessen als preisbereinigtes BIP je Erwerbstätigen ging die gesamtwirtschaftliche Arbeitsproduktivität 2013 um 0,1 Prozent zurück. Dies liegt daran, dass 2013 die Zahl der durchschnittlich beschäftigten Erwerbstätigen stärker gestiegen war als die Wirtschaftsleistung insgesamt.

(Redaktion)