Sign In

Welcome, Login to your account.

Wirtschaft | Fr, 21.12.2012 09:21

Wirtschaft in Baden-Württemberg soll 2013 wieder Fahrt aufnehmen

Die Wirtschaftsleistung in Baden-Württemberg stieg gegenüber dem Vorjahr an: Nach aktuellem Berechnungsstand lag das Bruttoinlandsprodukt (BIP) im Jahr 2012 um 1,25 Prozent über dem Vorjahreswert. Für das Jahr 2013 gibt es Gründe für verhaltenen Optimismus. Der Gesamtkonjunkturindikator des Statistischen Landesamtes, der aktuell bis zur Jahresmitte 2013 reicht, scheint „sanft zu landen“. Aus heutiger Sicht dürfte das reale BIP in Baden-Württemberg im Jahr 2013 erneut um etwa 1,25 Prozent steigen.


„Es ist damit zu rechnen, dass die Abschwungphase 2013 ausklingt und die Wirtschaft wieder etwas mehr Fahrt aufnimmt“, so die Präsidentin des Statistischen Landesamtes, Dr. Carmina Brenner.

Die Exporte haben der baden-württembergischen Wirtschaft in der Vergangenheit immer wieder starke Nachfrageimpulse gegeben, so auch im Jahr 2012. In den ersten drei Quartalen stiegen die Ausfuhren nach vorläufigen Berechnungen um über fünf Prozent gegenüber dem Vorjahreszeitraum an. Auch wenn die Exportdynamik im vierten Quartal an Fahrt verlieren dürfte, ist für das Gesamtjahr dennoch ein neuer Höchststand zu erwarten.

Nach wie vor liegen die Hauptabsatzmärkte für baden-württembergische Produkte in Europa: Über die Hälfte aller Warenexporte ging in die Mitgliedsstaaten der Europäischen Union, rund 70 Prozent davon in die Eurozone. Die schwache EU-weite Nachfrage ging auch an der baden-württembergischen Exportwirtschaft nicht spurlos vorbei. So stiegen die Ausfuhren in das EU-Ausland unterdurchschnittlich. Wichtigstes Bestimmungsland für heimische Ausfuhren sind die USA. Die dortige konjunkturelle Erholung schlug sich in den ersten drei Quartalen auch in einer um knapp ein Fünftel gestiegenen Nachfrage nach Gütern aus Baden-Württemberg nieder. Als im Ausland besonders gefragt erwiesen sich einmal mehr Autos und Maschinen. Diese beiden Gütergruppen machten rund 44 Prozent aller exportierten Produkte aus.

Die Anzahl der Erwerbstätigen dürfte 2012 um knapp 1,5 Prozent zulegen. Das wäre ein Anstieg der Erwerbstätigenzahl um über 80.000 gegenüber dem Vorjahr. Schon 2011 belief sich die Wachstumsrate auf 1,6 Prozent. Im zweiten Quartal 2012 stieg die Erwerbstätigenzahl erstmals über die 5,8-Millionen-Marke.

Für das Jahr 2013 wird mit einer Zunahme der Erwerbstätigenzahl in Höhe von knapp 0,5 Prozent gerechnet. Der größte Teil der Beschäftigungszunahme des Jahres 2012 dürfte der sozialversicherungspflichtigen Beschäftigung zuzuschreiben sein. Diese umfasst in Baden-Württemberg knapp 4,1 Millionen Personen und ist damit die größte Gruppe der Erwerbstätigen. In den ersten drei Quartalen stieg die Zahl der sozialversicherungspflichtig Beschäftigten in Baden-Württemberg nach vorläufigen Zahlen der Bundesagentur für Arbeit um 2,3 Prozent. Die Zahl der Arbeitslosen im Land bewegte sich mit 222.000 Personen im Durchschnitt der Monate Januar bis November auf niedrigem Niveau. Die Arbeitslosenquote belief sich im November auf 3,8 Prozent (Deutschland: 6,5 Prozent).

Für das Jahr 2012 ist insgesamt mit einem nominalen Anstieg des Verfügbaren Einkommens der privaten Haushalte zu rechnen, worauf verschiedene Indikatoren hinweisen. So sind im für die heimische Wirtschaft so bedeutenden Verarbeitenden Gewerbe die durchschnittlichen Bruttomonatsverdienste vollzeitbeschäftigter Arbeitnehmer im ersten Halbjahr 2012 um gut vier Prozent gegenüber dem Vorjahreszeitraum gestiegen. Auch beispielsweise bei den unternehmensnahen Dienstleistern sind Verbesserungen des Verdienstniveaus zu beobachten, wenngleich nicht so stark ausgeprägt wie in der Industrie.

Neben Einkommen aus unselbstständiger Erwerbstätigkeit spielen für die Einkommensentwicklung privater Haushalte auch Einkommen aus unternehmerischer Tätigkeit und aus Vermögen eine Rolle. Bundesdeutsche Zahlen weisen hier für die erste Jahreshälfte 2012 einen Zuwachs aus. Trotz abgeschwächter gesamtwirtschaftlicher Dynamik im zweiten Halbjahr und des anhaltend niedrigen Zinsniveaus dürfte auch für das Gesamtjahr mit einem Plus zu rechnen sein.

Infolge der schwächeren Konjunktur 2012 verlangsamte sich auch der Preisanstieg. Im Durchschnitt der Monate Januar bis November lag der Index der Verbraucherpreise um 1,9 Prozent über dem Vorjahresniveau. Hauptursache der Teuerung im Land sind weiterhin die gestiegenen Energiepreise, insbesondere für Mineralölprodukte.

(Redaktion)