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Wirtschaft | Di, 13.07.2010 10:06

Wirtschaftsminister von Baden-Württemberg und Bayern informieren über Innovationsgutscheine

„Baden-Württemberg und Bayern haben vieles gemeinsam – dazu gehören seit dem vergangenen Jahr auch Innovationsgutscheine“, erklärten die Wirtschaftsminister aus Baden-Württemberg und Bayern Ernst Pfister und Martin Zeil in Ulm. Beide stellten in den Räumen der Industrie- und Handelskammer Ulm die Ergebnisse der Förderung mit Innovationsgutscheinen vor. Baden-Württemberg initiierte als erstes Bundesland im Frühjahr 2008 die Vergabe von Innovationsgutscheinen; seit 1. Juni 2009 fördert auch der Freistaat Bayern kleine Unternehmen und Handwerksbetriebe in den Bereichen Forschung und Technologie mit Innovationsgutscheinen.


Die beiden Minister betonten, dass sie mit diesem Thema die länderübergreifende Kooperation stärken wollen, denn bayerische und baden-württembergische Unternehmen können die jeweiligen Innovationsgutscheine auch für ein gemeinsames Innovationsvorhaben einsetzen. „Dass die Veranstaltung in der Innovationsregion Ulm stattfindet, kommt nicht von ungefähr. Mit kreativen Ideen lassen die Wirtschaftsorganisationen und Wirtschaftsförderer der Region nichts unversucht, um das gemeinsame Standortmarketing und die Innovationsfähigkeit der Region auf unterschiedlichen Technologiefeldern weiter voranzutreiben“, erklärten Ernst Pfister und Martin Zeil.

Ernst Pfister erläuterte, dass das Wirtschaftsministerium Baden-Württemberg in den vergangenen zwei Jahren knapp 1.000 Innovationsgutscheine in Höhe von jeweils bis zu 7.500 Euro vergeben hat. Vertreten sind nahezu alle Branchen, rund 60 Prozent der Anträge auf Innovationsgutscheine kamen bisher aus dem verarbeitenden Gewerbe; auch das Handwerk ist in seiner ganzen Branchenbreite gut vertreten. „Das Spektrum der Produkte, die mit Hilfe der Innovationsgutscheine realisiert wurden, reicht vom appetitanregenden Spätzle-Shaker über den zukunftsweisenden Elektro-Motorroller bis hin zur Serviettenfaltmaschine und einem Desinfektionsgerät für Frisörgeschäfte“, erklärte Ernst Pfister. Auch Augenimplantate für Blinde und ein Laufband für Pferde seien gefördert worden.

Aus dem Alb-Donau-Kreis (einschließlich Stadtkreis Ulm) haben bisher 34 Unternehmen, aus dem Landkreis Biberach 13 Unternehmen Innovationsgutscheine erhalten.

Zum Zuge kommen in Baden-Württemberg ausschließlich kleine und mittlere Unternehmen mit bis zu 100 Beschäftigten und höchstens 20 Millionen Euro Umsatz. Die Unternehmen können die Innovationsgutscheine bei öffentlichen oder privaten Einrichtungen weltweit einlösen. Die ersten Ergebnisse zeigen, dass viele Unternehmen privatwirtschaftliche Dienstleister aus Baden-Württemberg beauftragen. „Dass die Förderung gezielt eingesetzt wird, zeigt sich daran, dass etwa 70 Prozent aller Anträge von Unternehmen gestellt wurden, die bisher noch nicht mit Forschungs- und Entwicklungseinrichtungen kooperiert haben“, so der baden-württembergische Wirtschaftsminister. Das zunächst für zwei Jahre geplante Modellvorhaben werde aufgrund der positiven Zwischenergebnisse auf jeden Fall bis Ende 2011 fortgeführt. Es wird vom Institut für Mittelstandsforschung (ifm) der Universität Mannheim und vom Zentrum Europäische Wirtschaftsforschung (ZEW) wissenschaftlich begleitet.

Auch in Bayern stellt das Förderprogramm ‚Innovationsgutscheine’ eine Erfolgsgeschichte dar. Bayerns Wirtschaftsminister Martin Zeil: „Das Programm kommt gut an. Das Budget für das erste der drei Pilot-Jahre ist weitgehend ausgeschöpft.“ So wurden bereits im ersten Projektjahr durch den Projektträger Bayern Innovativ über 270 Innovationsgutscheine mit jeweils bis zu 7.500 Euro vergeben. Dabei sind auch in Bayern nahezu alle Branchen vertreten. „Der bayerische Mittelstand stößt mit den Innovationsgutscheinen eine Vielzahl innovativer Prozesse und neuer Produkte an“, erklärte Zeil. Die Bandbreite der mit dem bayerischen Innovationsgutschein entwickelten und realisierten Produkte reicht von einem neuartigen Aktivtransponder für Zeitmessungen im Sportbereich über eine innovative, kompakte Hochseilgarten-Anlage bis hin zu einem Kaminaufsatz mit innovativer Technologie zur Minimierung der Feinstaubemissionen aus Einzelfeuerstätten. Aus dem Landkreis Neu-Ulm haben bisher fünf Unternehmen, aus dem Regierungsbezirk Schwaben 40 Unternehmen Innovationsgutscheine erhalten.

Im Rahmen des bayerischen Programms werden kleine und mittlere Unternehmen mit bis zu 50 Beschäftigten und höchstens zehn Millionen Euro Umsatz gefördert. Auch in Bayern können die Innovationsgutscheine bei öffentlichen oder privaten Einrichtungen weltweit eingelöst werden. Nach Abschluss des ersten Projektjahres zeigt sich auch hier, dass viele Unternehmen privatwirtschaftliche Dienstleister aus Bayern beauftragen. „Die mittelständischen Unternehmen in Bayern wissen um die Bedeutung von Innovationen für den Erfolg am Markt. Sie wissen auch, dass sie dabei auf Unterstützung aus Wissenschaft und Forschung angewiesen sind. Diesem Bedarf sind wir mit unseren Innovationsgutscheinen entgegengekommen“, so Zeil.

Anträge können fortlaufend beim Wirtschaftsministerium in Baden-Württemberg und dem bayerischen Projektträger Bayern Innovativ GmbH eingereicht werden. Besonders die schnelle Bewilligung und die unbürokratische Abwicklung stoßen bei den Unternehmern in beiden Bundesländern auf positive Resonanz.

Weitere Informationen sowie Antragsunterlagen sind in Baden-Württemberg unter www.innovationsgutscheine.de abrufbar. Dort wird in Kürze auch das Jahrbuch Innovationsgutscheine zum Download bereit stehen. 

In Bayern sind Informationen und Antragsunterlagen unter www.innovationsgutschein-bayern.de erhältlich. Über diese Homepage besteht zudem die Möglichkeit, ähnlich wie bei der elektronischen Steuerklärung ELSTER, Anträge auf einen Innovationsgutschein direkt online einzugeben. Seit kurzem können auch informative Videobeiträge über geförderte Projekte angesehen werden. In regelmäßigen Abständen werden dort zukünftig weitere Videobeiträge eingestellt. Nach dem Vorbild Baden-Württembergs ist auch in Bayern die Erstellung eines Best-Practice-Jahrbuchs geplant.

(Redaktion/ WM BW)