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| Do, 02.07.2009 10:23

Wirtschaftsministerium bewilligt rund fünf Millionen Euro aus Sonderprogramm der Denkmalpflege für 40 Projekte

Zur Erhaltung, Sicherung und Pflege von kleinen und mittelgroßen privat, kommunal, kleingewerblich oder freiberuflich genutzten Kulturdenkmalen stellt das Wirtschaftsministerium Baden-Württemberg im Jahr 2009 zusätzlich rund fünf Millionen Euro zur Verfügung. Dies teilte Wirtschaftsminister Ernst Pfister gestern, 1. Juli, in Stuttgart mit. Damit können insgesamt etwa 40 Maßnahmen im ganzen Land gefördert werden.


Das zusätzliche Sonderprogramm wird aus Mitteln des Landesinfrastrukturprogramms der Landesregierung finanziert. Ziel ist es, Kulturdenkmale für Wohn-, freiberufliche oder kleingewerbliche Zwecke zu nutzen, die kommunale Infrastruktur zu verbessern und zu stärken sowie Orts- und Stadtzentren aufzuwerten. „Die Maßnahmen könnten aus Mitteln des jährlichen Denkmalförderprogramms, das in Kürze aufgestellt wird, nicht gefördert werden. Das Sonderprogramm der Denkmalpflege trägt somit zum Erhalt einer größeren Zahl von Kulturdenkmälern bei“, erklärte Ernst Pfister.

In einer ersten Tranche wurden zunächst 4,3 Millionen Euro für 35 Projekte bewilligt. Dazu gehören zehn Maßnahmen im Regierungsbezirk Stuttgart, die mit insgesamt 1,145 Millionen Euro gefördert werden. Im Regierungsbezirk Karlsruhe wurden für sieben Projekte rund 0,643 Millionen Euro, im Regierungsbezirk Freiburg für sechs Maßnahmen rund eine Million Euro zur Verfügung gestellt. Im Regierungsbezirk Tübingen wurden für zwölf Maßnahmen 1,636 Millionen Euro bewilligt. Über die noch verbleibenden Mittel wird im Rahmen der Fortschreibung des Programms voraussichtlich im August entschieden. Eine Liste der geförderten Projekte finden Sie im Anhang.

Mit dem Sonderprogramm der Denkmalpflege wurden gezielt zusätzliche Maßnahmen ausgewählt, die zu einer Stärkung der kommunalen Infrastruktur und einer Aufwertung der Ortszentren beitragen. Bei diesen Projekten handelt es sich überwiegend um Kulturdenkmale in Privateigentum, die die vergangenen Jahre ungenutzt waren. Durch die Förderung wird eine Nutzung insbesondere für Wohnzwecke wieder möglich. Dies trägt zu einer Belebung der Zentren bei. „Das Land ist sich der Bedeutung seiner Kulturdenkmale und des Umstands, dass deren Erhaltung nur durch eine sinnvolle Nutzung möglich ist, wohl bewusst“, betonte der Minister.

Auch kommunale Projekte wie beispielsweise die Einrichtung einer Seniorenbegegnungsstätte im ehemaligen Abt-Gaisser-Haus in Villingen-Schwenningen, Ortsteil Villingen, oder kulturelle und museale Nutzungen wie in Sulz-Glatt, Rottweil, Ladenburg, Neckargemünd, Vaihingen-Kleinglattbach und Tettnang werden aus dem Sonderprogramm der Denkmalpflege gefördert.

„Baden-Württemberg gehört mit mehr als 90.000 Bau- und Kulturdenkmalen und über 60.000 archäologischen Denkmalen zu den Ländern mit den meisten und bedeutendsten Kulturdenkmalen in Deutschland“, so Ernst Pfister. “Ziel unserer Denkmalpolitik ist es, diese Kulturdenkmallandschaft in ihrer Einzigartigkeit, ihrer überlieferten Vielfalt und historischen Aussagekraft für heutige und kommende Generationen zu erhalten und mit adäquaten und zukunftsfähigen Nutzungen in unser heutiges Leben zu integrieren.“

Denkmalförderung bedeute nicht nur die Bewahrung des historischen Erbes des Landes, sondern leiste auch einen erheblichen Beitrag zur nachhaltigen Stadt- und Dorfentwicklung im Bestand und stelle eine lohnende Investition in die Zukunft dar. „Denkmalförderung löst Folgeinvestitionen in vielfacher Höhe aus. Dies kommt insbesondere dem lokalen mittelständischen Baugewerbe und dem Handwerk zugute und trägt dazu bei, Arbeitsplätze in diesen Bereichen zu sichern“, so Ernst Pfister. Das Sonderprogramm der Denkmalpflege trage somit direkt zur Belebung der Konjunktur bei.

(Quelle: Wirtschaftsministerium)