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Wirtschaft | Mo, 06.12.2010 15:37

Wirtschaftsministerium und Handwerkstag starten Exportinitiative

Rund 30 baden-württembergische Spitzenhandwerker haben auf Initiative von Handwerk International Baden-Württemberg den Aufbau eines Verbundes "Handwerk ohne Grenzen" vereinbart. Ziel des Netzwerkes ist es, durch gemeinsames Auftreten auf ausländischen Märkten schlagkräftiger, überzeugender und letztendlich erfolgreicher zu sein.


"Das Engagement in Clusterinitiativen kann auch für Handwerksbetriebe sinnvoll und gewinnbringend sein", sagte Wirtschaftsminister Ernst Pfister auf der Auftaktveranstaltung des Handwerkstages. "Wissenschaftliche Untersuchungen belegen, dass Unternehmen, die in Netzwerken zusammenarbeiten, innovativer und erfolgreicher sind, wenn sie sich entlang von Wertschöpfungsketten zusammenschließen und gemeinsam Strategien zur Erschließung von Auslandsmärkten erarbeiten und umsetzen. Sobald Unternehmen als Verbund eines funktionierenden Netzwerkes auftreten, steigen ihre Erfolgsaussichten erheblich, denn hier sind unternehmerisches Know-how und wissenschaftliche Kompetenz zielgerichtet und unternehmensübergreifend gebündelt." Das Wirtschaftsministerium fördere seit 2008 den Aufbau von regionalen Clusterinitiativen und von landesweiten Netzwerken. Auch der Unterstützung von Clustern und Netzwerken bei der Internationalisierung messe das Land große Bedeutung bei. Pfister: "In diesem Jahr haben wir uns unter anderem verstärkt dem Thema Cluster-Politik und Handwerk angenommen. Es ist uns ein großes Anliegen, dass die Handwerker die Chancen von Clusterinitiativen und Netzwerke erkennen und dort mitmischen."

In diesem Jahr hat das Wirtschaftsministerium erstmalig ganz speziell ein Programm zur Internationalisierung von Clustern entwickelt. Mit Internationalisierungsgutscheinen ist beispielsweise eine Teilnahme an den von Baden-Württemberg International angebotenen Fördermaßnahmen im Bereich der Außenwirtschaftsförderung zu vergünstigten Konditionen möglich. Es wird die Teilnahme an Markterkundungsreisen und Kooperationsbörsen im Ausland oder die Erstellung einer internationalen Positionierungsstrategie gefördert. Zudem führt das Wirtschaftsministerium seit diesem Jahr mit dem European Enterprise Network (EEN), das von Handwerk International mit großem Erfolg koordiniert wird, eine Workshop-Reihe zum Thema "Technologie- und Clustertrends in Europa" durch. "All das sind Anreize, die den Internationalisierungsprozess im Handwerk unterstützen sollen", so Pfister.

Der Exportanteil am Gesamtumsatz des baden-württembergischen Handwerks steigt kontinuierlich und liegt mittlerweile bei über sieben Prozent, darauf wies BWHT-Hauptgeschäftsführer Hartmut Richter hin. Exportiert werden vor allem technische Spezialgeräte, Werkzeuge, Sondermaschinen und medizinische Geräte, seit einigen Jahren aber auch Dienstleistungen. Der aktuelle Schwerpunkt des Marktinteresses liegt in Saudi-Arabien, in Brasilien und in Skandinavien, alles Märkte, die über nachhaltiges Wachstum im Bausektor verfügen. Richter: "Einkaufen, Liefern, Bauen bieten vielfältige Chancen, hier lassen sich mit etwas Mut neue Märkte erschließen." Die Globalisierung mische die Karten neu und Handwerker müssten sich auf innovative Strategien einlassen, um wettbewerbsfähig zu bleiben. Kooperationen und Netzwerke seien die Antwort darauf: "Neben den Einzelkämpfer nach altem Muster tritt heute der Teamplayer neuer Prägung." Damit stiegen auch die Chancen, an Großprojekten zu partizipieren – im Inland, aber eben auch im Ausland. Basis für den Erfolg sei dabei letztlich die herausragende Qualifikation von Meister und Mitarbeitern. "Wir dürfen uns nicht nur in unserer Imagekampagne im Inland als die Wirtschaftsmacht von nebenan darstellen. Wir müssen auch im Ausland als eine solche Wirtschaftsmacht auftreten. Der Konzern Handwerk kann umfassende Leistungen auf höchstem technischem Niveau anbieten. Dafür sollen die organisatorischen Grundlagen geschaffen werden", so Richter weiter.

Das Auslandspotenzial im Handwerk sei bei weitem noch nicht ausgeschöpft, betonte Richter. Dieses Potenzial aktiviere sich aber nicht von alleine. Handwerksunternehmen bedürften besonderer Hilfestellungen, um ihnen den Schritt aufs internationale Parkett zu erleichtern. Handwerk International Baden-Württemberg biete ein ganzes Bündel an Maßnahmen. Richter forderte die Handwerker auf, diese Angebote zu nutzen. Er zeigte sich überzeugt: "Im Verbund wird handwerkliche Dienstleistung ein Exportschlager."

Für baden-württembergische Handwerksbetriebe ist Handwerk International (www.handwerk-international.de) der Ansprechpartner in allen Fragen rund um Europa und das Themengebiet Außenwirtschaft.

(Redaktion)