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Wirtschaft | Mo, 31.01.2011 10:43

Zahl der geleisteten Arbeitsstunden in Baden-Württemberg gestiegen

In Baden-Württemberg arbeiteten im Jahr 2010 die 5,59 Millionen Erwerbstätigen insgesamt 7,8 Milliarden Stunden. Das waren rund 212 Millionen Stunden bzw. 2,8 Prozent mehr als ein Jahr zuvor. Damit erreichte die Zahl der geleisteten Arbeitsstunden zwar noch nicht ihren bisherigen Höchststand aus dem Jahr 2008, der zahlenmäßige und prozentuale Zuwachs war jedoch der höchste seit Beginn der Berechnungen im Jahr 1998 und etwas stärker als im Bundesdurchschnitt (+ 2,6 Prozent). Zu diesen Ergebnissen kommt das Statistische Landesamt nach Auswertung erster vorläufiger Arbeitsvolumen-Berechnungen des »Arbeitskreises Erwerbstätigenrechnung des Bundes und der Länder«.


Hauptursache für den starken Anstieg der geleisteten Arbeitsstunden im Südwesten ist der kräftige Konjunkturaufschwung, der insbesondere im Verarbeitenden Gewerbe wieder für vollere Auftragsbücher und damit für einen massiven Rückgang der Kurzarbeit sorgte. Alleine im Verarbeitenden Gewerbe nahm die Zahl der geleisteten Arbeitsstunden um fast 90 Millionen oder 4,7 Prozent auf rund 2 Milliarden zu, so dass im Jahr 2010 alleine 42 Prozent des höheren Arbeitseinsatzes auf das Konto der Industrie ging.

Der Zuwachs der geleisteten Arbeitsstunden um 2,8 Prozent fiel 2010 siebenmal so stark aus wie der Erwerbstätigenzuwachs, der ersten Berechnungen zufolge im Jahr 2010 lediglich 0,4 Prozent betrug (+ 21.000 Erwerbstätige). Dies zeigt, dass die Arbeitgeber im Land nach einer massiven Ausweitung der Kurzarbeit während der Wirtschaftskrise im vergangenen Jahr zunächst ihr Personal wieder voll ausgelastet und erst danach zusätzliches Personal eingestellt haben. Im Verarbeitenden Gewerbe ist die Zahl der geleisteten Arbeitsstunden im Jahr 2010 gegenüber dem Vorjahr sogar um 4,7 Prozent gestiegen, während die Zahl der Erwerbstätigen um 1,5 Prozent zurückging. Insgesamt waren im September 2010 nach neuesten Angaben der Bundesagentur für Arbeit noch 39 000 Personen im Land konjunkturell bedingt von Kurzarbeit betroffen, ein Jahr zuvor waren es noch fast 250.000.

Die durchschnittliche Pro-Kopf-Arbeitszeit, also die Zahl der geleisteten Arbeitsstunden je Erwerbstätigen, hat sich im Jahr 2010 im Südwesten um 2,4 Prozent erhöht. In keinem anderen Bundesland außer in Bremen (+ 2,5 Prozent) war der prozentuale Zuwachs so stark wie in Baden-Württemberg. Im vergangenen Jahr arbeitete ein Erwerbstätiger durchschnittlich 1.398 Stunden, 33 Stunden mehr als 2009. Im Verarbeitenden Gewerbe stieg die Zahl der geleisteten Arbeitsstunden je Erwerbstätigen sogar um 82 auf 1.386 (+ 6,3 Prozent). Das Niveau der durchschnittlich geleisteten Arbeitszeit je Erwerbstätigen fällt in den Bundesländern recht unterschiedlich aus und reichte im vergangenen Jahr von 1.482 Stunden in Thüringen und Hamburg bis 1.391 Stunden in Nordrhein-Westfalen und Rheinland-Pfalz. Baden-Württemberg hatte bundesweit die fünftniedrigste Pro-Kopf-Arbeitszeit. Dies hat jedoch nichts mit dem unterschiedlichen Fleiß der Beschäftigten in den Bundesländern zu tun, sondern mit einer Vielzahl ganz anderer Faktoren wie der Branchenstruktur in den Ländern, den unterschiedlichen tariflichen Arbeitszeitregelungen sowie der unterschiedlichen Bedeutung der Mini- und Teilzeitjobs.

(Redaktion)