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Wirtschaft | Do, 31.01.2013 09:10

Zahl der geleisteten Arbeitsstunden in Baden-Württemberg wieder leicht gestiegen

Die durchschnittlich insgesamt fast 5,81 Millionen Erwerbstätigen in Baden-Württemberg arbeiteten 2012 rund 7,95 Milliarden Stunden. Das waren 28 Millionen Stunden oder 0,4 Prozent mehr als im Vorjahr. Damit lag die Zahl der geleisteten Arbeitsstunden in Baden-Württemberg aber immer noch um 51 Millionen Stunden oder 0,6 Prozent unter ihrem letzten Höchststand im Jahr 2008. Dies teilt das Statistische Landesamt nach ersten vorläufigen Berechnungen des Arbeitskreises „Erwerbstätigenrechnung des Bundes und der Länder“ mit.


Im Bundesländervergleich belegte Baden-Württemberg 2012 beim Arbeitsstundenzuwachs Platz fünf hinter Berlin (+ 1,8 Prozent) sowie Bayern, Hamburg und Niedersachsen (jeweils + 0,8 Prozent). Die Spannweite reichte von + 1,8 Prozent in Berlin bis − 1,5 Prozent in Sachsen-Anhalt. Bundesweit lag die Zahl der geleisteten Arbeitsstunden um 0,3 Prozent höher als 2011.

Die Zahl der geleisteten Arbeitsstunden nahm gegenüber dem Vorjahr prozentual weniger stark zu als die Erwerbstätigenzahl. Dadurch ging die Pro-Kopf-Arbeitszeit in Baden-Württemberg 2012 gegenüber dem Vorjahr um 0,9 Prozent oder 13 Stunden auf 1.368 Stunden zurück. Ein Rückgang der geleisteten Arbeitsstunden je Erwerbstätigen war dabei flächendeckend in allen Bundesländern zu beobachten. Bundesweit sank die Pro-Kopf-Arbeitszeit um 0,7 Prozent auf 1.396 Stunden.

Dass die Zahl der geleisteten Arbeitsstunden – anders als die Zahl der Arbeitsplätze – trotz der kontinuierlichen Zuwächse der letzten drei Jahre 2012 noch keinen neuen Höchststand erreichen konnte, hat mehrere Gründe. Zum einen war hierfür der gravierende Rückgang der Arbeitsstundenzahl im Krisenjahr 2009 ausschlaggebend. Seinerzeit war ihre Zahl im von der Krise besonders betroffenen industriegeprägten Südwesten um 5,1 Prozent zurückgegangen, so stark wie in keinem anderen Bundesland. Dies gestaltete den späteren Aufholprozess äußerst schwierig. Wegen arbeitsplatzsichernder Maßnahmen wie dem Abbau von Arbeitszeitkonten und Erleichterungen bei der Kurzarbeitregelung war die Zahl der Erwerbstätigen 2009 dagegen lediglich um 0,8 Prozent zurückgegangen.

Hinzu kommt, dass neue Arbeitsplätze vornehmlich im Dienstleistungssektor entstehen, wo Teilzeit und Minijobs weitaus häufiger vorkommen als in der Industrie. Dies trug dazu bei, dass 2012 die Zahl der Arbeitsstunden weniger stark zunahm als die Zahl der erwerbstätigen Personen. Auch gab es 2012 weniger Arbeitstage als 2011.

(Redaktion)