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Wirtschaft | Mo, 05.09.2011 09:05

Zahl der Gründungen in Baden-Württemberg rückläufig

Im 1. Halbjahr 2011 wurden in Baden-Württemberg rund 41.500 Gewerbebetriebe neu gegründet. Nach Angaben des Statistischen Landesamtes waren dies fast 4.000 bzw. 8,7 Prozent weniger als im 1. Halbjahr 2010. Die Zahl der Existenzgründungen, bei denen eine größere wirtschaftliche Substanz vermutet werden kann, sank um 3,7 Prozent auf 8.317. Ein besonders starker Rückgang wurde für die Nebenerwerbsgründungen verzeichnet. Ihre Zahl ging um 12,7 Prozent (entspricht 2.455) auf knapp 16.900 zurück.


Deutlich zurückgegangen sind die Neugründungen in den Wirtschaftsbereichen Finanz- und Versicherungsdienstleistungen (21,1 Prozent) und sonstige Dienstleistungen (24,1 Prozent). Zu den sonstigen Dienstleistungen zählen unter anderem die Reparatur von Gebrauchsgütern sowie die Erbringung von persönlichen Dienstleistungen (z.B. Friseursalons, Nagelstudios und Sonnenstudios). Kräftig gestiegen ist die Zahl der Neugründungen hingegen in den Bereichen Baugewerbe (+21,8 Prozent) und Grundstücks- und Wohnungswesen (+15,5 Prozent). Der Anstieg im Baugewerbe ist größtenteils auf den Bereich vorbereitende Baustellenarbeiten, Bauinstallation und sonstiges Ausbaugewerbe zurückzuführen.

Wesentlich für den Rückgang bei den Nebenerwerbsgründungen sind die Entwicklungen im Wirtschaftsbereich Energieversorgung. Durch die Ankündigung der Bundesregierung die Solar-Subventionen zu kürzen, sahen sich im Jahr 2010 viele Menschen veranlasst, die Anmeldung ihrer Photovoltaikanlage vorzuziehen. Nach Inkrafttreten der Subventionskürzungen zum 1. Juli 2010 ebbte die Zahl der Neugründungen wieder ab. Im ersten Halbjahr 2011 fiel der Rückgang im Bereich Energieversorgung mit 76,7 Prozent (entspricht rund 1.840 Nebenerwerbsgründungen) daher besonders drastisch aus.

Ein Vergleich der Stadt- und Landkreise Baden-Württembergs zeigt, dass lediglich im Stadtkreis Heilbronn (+4,6 Prozent) und im Landkreis Rastatt (+1,2 Prozent) die Zahl der neu gegründeten Betriebe im 1. Halbjahr 2011 im Vergleich zum Vorjahreszeitraum leicht gestiegen ist. In den übrigen Kreisen ging ihre Zahl zurück, am deutlichsten in den Landkreisen Main-Tauber-Kreis (28,2 Prozent) und Ostalbkreis (27,2 Prozent). Hier spielten die Rückgänge im Bereich Energieversorgung eine überdurchschnittlich starke Rolle.

(Redaktion)