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Wirtschaft | Mi, 07.12.2011 15:03

Zahl der insolventen Unternehmen in Baden-Württemberg gesunken

In den vergangenen drei Quartalen wurden bei den Amtsgerichten in Baden-Württemberg 1.725 Unternehmensinsolvenzen entschieden. Das waren 8,5 Prozent oder 160 Verfahren weniger als in den ersten neun Monaten 2010. Dies teilt das Statistische Landesamt mit.


Die voraussichtlichen Forderungen der Gläubiger beliefen sich insgesamt auf 1,48 Mrd. Euro, damit waren die Unternehmen im Durchschnitt stärker verschuldet als in den ersten neun Monaten 2010. Die durchschnittlichen Verpflichtungen je Insolvenz betrugen im laufenden Jahr 859.000 Euro, im entsprechenden Vorjahreszeitraum waren es dagegen 745.000 Euro. Dennoch hatten gut 29 Prozent der Schuldner Verpflichtungen von weniger als 50.000 Euro, 12 Prozent dagegen über eine Million Euro.

Von den Insolvenzanmeldungen des laufenden Jahres waren 9.852 Beschäftigte unmittelbar betroffen, im Vorjahr wurden 8.560 Personen gezählt. Damit errechnen sich im Durchschnitt je Insolvenz 5,7 Personen, gegenüber 4,5 Personen in den ersten drei Quartalen des Vorjahrs.

In 77 Prozent aller Fälle haben die Schuldner das Insolvenzverfahren selbst beantragt. Grund für die Insolvenzanmeldung war bei drei Viertel der Verfahren die Zahlungsunfähigkeit, bei weiteren 22 Prozent die Zahlungsunfähigkeit und Überschuldung. Von 1.420 insolventen Unternehmen ist auch das Gründungsjahr bekannt: 56 Prozent dieser Unternehmen waren weniger als 8 Jahre alt. Bei 22 insolventen Unternehmen wurde die Eigenverwaltung angeordnet.

Relativ häufig zur Insolvenzanmeldung kam es im Bereich Handel mit insgesamt 355 Insolvenzverfahren, dies waren 55 Verfahren oder 13,4 Prozent weniger als im entsprechenden Vorjahreszeitraum. Nach dem wirtschaftlichen Schwerpunkt zugeordnet, betrafen weitere 258 Verfahren Unternehmen des Baugewerbes (+ 4,5 Prozent oder + 11 Verfahren). Es folgt das Verarbeitende Gewerbe mit 197 insolventen Unternehmen, das waren jedoch 37 Fälle weniger als vor einem Jahr (-16 Prozent). Weitere 170 Verfahren betrafen Unternehmen des Bereichs Freiberufliche, wissenschaftliche und technische Dienstleistungen. Es folgen mit 164 Verfahren das Gastgewerbe sowie die Bereiche Verkehr und Lagerei und Sonstige wirtschaftliche Dienstleistungen mit 109 bzw. 98 Verfahren.

Verbucht wurden hier die aktiven insolventen Unternehmen. Daneben gab es in Baden-Württemberg 2.233 Insolvenzen ehemals Selbständig Tätiger. Hier waren die Unternehmen zum Zeitpunkt der Insolvenzanmeldung bereits geschlossen, die ehemals selbständig Tätigen zählen daher zu den privaten Schuldnern.

(Redaktion)