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Wirtschaft | Fr, 13.12.2013 13:54

Zahl der neu abgeschlossenen Ausbildungsverträge erneut gesunken

Die Anzahl der neu abgeschlossenen Ausbildungsverträge ist 2013 auf einen historischen Tiefstand gefallen. Sowohl das Ausbildungsplatzangebot als auch die Ausbildungsplatznachfrage gingen im Vergleich zum Vorjahr zurück. Zugleich nahmen die Passungsprobleme zu. Ein höherer Anteil des betrieblichen Ausbildungsangebots blieb unbesetzt, und mehr Ausbildungsplatznachfrager blieben bei ihrer Ausbildungsplatzsuche erfolglos. Dies sind Ergebnisse der Analysen des Bundesinstituts für Berufsbildung (BIBB).


Insgesamt verschlechterte sich die Situation auf dem Ausbildungsmarkt zu Lasten der Jugendlichen. Es gelang nicht mehr im selben Ausmaß wie in den drei Jahren zuvor, ausbildungsinteressierte Jugendliche an dualer Berufsausbildung zu beteiligen. Auf Seiten der Betriebe zeichnen sich zunehmende Stellenbesetzungsprobleme vor allem im Handwerk und in der Landwirtschaft ab.

So wurden 2013 bundesweit rund 564.200 Ausbildungsplatzangebote registriert (-3,5 Prozent gegenüber dem Vorjahr). Von diesen waren 542.600 betriebliche Angebote (-2,9 Prozent) und 21.700 „außerbetrieblich“, das heißt überwiegend öffentlich finanzierte und zusätzlich bereitgestellte Plätze (-16,3 Prozent). Im Zuständigkeitsbereich von Industrie und Handel sank die Zahl der Ausbildungsplatzangebote bundesweit im Vergleich zum Vorjahr um 4,0 Prozent, im Handwerk um 3,0 Prozent.

Die Zahl der Ausbildungsplatznachfrager/-innen verringerte sich bundesweit um 2,1 Prozent auf insgesamt 614.300. Verglichen mit dem Jahr 2007 nahm die Ausbildungsnachfrage um 18,8 Prozent ab. Ursache hierfür ist vor allem die demografische Entwicklung in Deutschland.

Die Zahl der neu abgeschlossenen Ausbildungsverträge sank gegenüber dem Vorjahr um 3,7 Prozent auf 530.700. So wenig neu abgeschlossene Ausbildungsverträge gab es im wiedervereinigten Deutschland noch nie. In Ostdeutschland wurden in diesem Jahr 74.200 Neuabschlüsse registriert (-5,9 Prozent). Im Jahr 1999 waren es noch 148.800. In Westdeutschland fiel die Zahl der neu abgeschlossenen Ausbildungsverträge im Vergleich zum Vorjahr auf 456.500 (- 3,4 Prozent).

2013 konnten 6,2 Prozent (2012: 6,0 Prozent) der betrieblichen Ausbildungsplatzangebote nicht besetzt werden. Dabei fiel die Quote in Ostdeutschland mit 8,4 Prozent deutlich höher aus als in Westdeutschland mit 5,8 Prozent. Die Zahl der unbesetzten Ausbildungsplätze stieg bundesweit um 0,8 Prozent auf 33.500. Dies ist der höchste Wert seit 1996. Dass es zu einem erneuten Anstieg der unbesetzten Ausbildungsplätze kam, obwohl die Zahl der betrieblichen Ausbildungsangebote insgesamt zurückging, zeigt, dass es für die Betriebe zunehmend schwieriger wird, Auszubildende zu finden.

Gestiegen ist auch die Zahl der Bewerberinnen und Bewerber, die zum Stichtag 30. September weiterhin auf Ausbildungsplatzsuche sind. Sie umfasst 83.600 Personen (+ 10,0 Prozent). Darunter befinden sich rund 21.000 Jugendliche ohne und rund 62.500 Jugendliche mit alternativem Verbleib.

(Redaktion)