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Wirtschaft | Do, 10.06.2010 09:47

Zahl der Unternehmensinsolvenzen im Südwesten im 1. Quartal 2010 nur um 2 Prozent gestiegen

Nach Feststellung des Statistischen Landesamtes wurden im Zeitraum Januar bis März 2010 bei den Amtsgerichten Baden-Württembergs 606 Unternehmensinsolvenzverfahren entschieden. Das waren lediglich 2 Prozent mehr als in den ersten drei Monaten des Vorjahres. Zum Vergleich: Im 1. Quartal 2009 wurde eine Zunahme von über 18 Prozent festgestellt.


Insgesamt deuten zu Jahresbeginn 2010 sowohl die Höhe der Schulden als auch die Zahl der unmittelbar betroffenen Beschäftigten auf überwiegend kleinere (insolvente) Firmen hin. Die Zahl der unmittelbar von der Insolvenzanmeldung betroffenen Beschäftigten bewegte sich nur noch bei 2 117 Personen, gegenüber 6.380 Personen vor Jahresfrist.

Deutlich geringer waren auch die Forderungen der Gläubiger mit insgesamt 334 Millionen Euro, im entsprechenden Vorjahreszeitraum wurden insgesamt 710 Mill. Euro errechnet. Im Durchschnitt je Fall errechnen sich damit Verpflichtungen von 552.000 Euro im 1. Quartal 2010, gegenüber 1,2 Mill. Euro im 1. Quartal des Vorjahres. Rund 29 Prozent der insolventen Unternehmen hatten sogar weniger als 50 000 Euro Schulden.

Gut drei Viertel der insolventen Unternehmer gingen selbst zum Insolvenzgericht. Auf diese Insolvenzen fielen zugleich 87 Prozent der angemeldeten Forderungen der Gläubiger. Der Grund für die Insolvenzanmeldung war in 77 Prozent der Fälle allein die Zahlungsunfähigkeit, bei weiteren 21 Prozent die Zahlungsunfähigkeit in Verbindung mit der Überschuldung des Unternehmens. Insgesamt waren 41 Prozent der insolventen Firmen Einzelunternehmen (247 Verfahren), gut 47 Prozent der Firmen hatten die GmbH als Rechtsform gewählt (286 Verfahren), nur rund 7 Prozent waren Personengesellschaften (43 Verfahren).

Nach dem wirtschaftlichen Schwerpunkt der insolventen Unternehmen hatte der Handel mit 21 Prozent oder 127 Verfahren den größten Anteil; hier mussten jedoch 12 Prozent weniger Firmen als vor einem Jahr Konkurs anmelden. Es folgt das Baugewerbe mit 84 Insolvenzverfahren – ebenso viele wie im 1. Quartal 2009. Im Verarbeitenden Gewerbe wurden 71 Verfahren registriert, 4 Fälle mehr als im Vorjahresquartal. Mit jeweils einem Anteil von 7 Prozent folgen das Gastgewerbe und die sonstigen wirtschaftlichen Dienstleistungen (jeweils 43 Verfahren). Im Gastgewerbe waren wieder 6 Verfahren mehr zu verzeichnen als ein Jahr zuvor. Im Bereich sonstige wirtschaftliche Dienstleistungen kam es - mit einem Drittel mehr - merklich häufiger zur Insolvenzanmeldung als im ersten Quartal 2009. Demgegenüber war die Zahl der Insolvenzen in den Bereichen Verkehr u. Lagerei sowie Sonstige (auch persönliche) Dienstleistungen mit 39 Verfahren bzw. 29 Verfahren deutlich niedriger als vor einem Jahr. Nahezu verdoppelt haben sich die Insolvenzen bei den Finanzdienstleistungen auf ebenfalls 29 Verfahren.

Die bedeutendste Auswirkung auf den Arbeitsmarkt hatten die Insolvenzen im Verarbeitenden Gewerbe, im Handel und im Baugewerbe mit zusammen über zwei Drittel der unmittelbar tangierten Beschäftigten.

(Redaktion/Stat. LA)