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Wirtschaft | Fr, 30.04.2010 09:31

Zum Tag der Arbeit am 1. Mai: Pro-Kopf-Verdienste verringerten sich im Südwesten um 1,8 Prozent

Die Bruttolohn- und -gehaltsumme ist in Baden-Württemberg im Jahr 2009 nach Feststellung des Statistischen Landesamtes nach drei Jahren stetiger Zunahme deutlich gesunken. Dies ist vor allem auf die Beschäftigungsausfälle infolge der Finanz- und Wirtschaftskrise zurückzuführen.


So wurden im Jahr 2009 nach vorläufigen Berechnungen des Arbeitskreises »Volkswirtschaftliche Gesamtrechnungen der Länder« 2,3 Prozent weniger an Bruttolöhnen und -gehältern an die Arbeitnehmer im Südwesten ausbezahlt als im Jahr 2008. Insgesamt belief sich die Summe der Bruttolöhne und -gehälter auf 146,7 Milliarden Euro, nachdem ein Jahr zuvor noch 150,1 Mrd. Euro erreicht wurden.

Ebenfalls rückläufig waren 2009 die durchschnittlichen Pro-Kopf-Verdienste in Baden-Württemberg, d. h. die Löhne und Gehälter im Verhältnis zu den beschäftigten Arbeitnehmern(Beamte sowie Arbeiter und Angestellte einschließlich der geringfügig Beschäftigten). Insgesamt wurde eine Abnahme der Bruttodurchschnittsverdienste um 1,8 Prozent oder 550 Euro auf 29.410 Euro verzeichnet. Dies ist seit 1970 erstmalig ein Rückgang der Durchschnittsverdienste. Ursache der etwas geringeren Abnahme der Pro-Kopf-Werte ist, dass die Zahl der Beschäftigten im Land, auf die die Bruttolohn- und -gehaltssumme rechnerisch zu verteilen ist, im Jahr 2009 ebenfalls um 0,4 Prozent abgenommen hat.

Im Hinblick auf die einzelnen Wirtschaftsbereiche war im Jahr 2009 insbesondere das Verarbeitende Gewerbe von den Verdiensteinbußen betroffen. Hier schlugen sich besonders stark die Effekte von Kurzarbeit, Abbau von Überstunden und Einschränkungen bzw. Verzicht von Sonderzahlungen nieder. So gingen die Bruttolöhne und -gehälter je Arbeitnehmer in diesem Bereich um 4,9 Prozent zurück. Die hohen Einbußen im Verarbeitenden Gewerbe konnten auch nicht durch den Zuwachs in den Dienstleistungsbereichen kompensiert werden.

Aufgrund der hohen Beschäftigtenzahl mit einem Anteil von gut 28 Prozent aller Arbeitnehmer im Land und der vergleichsweise hohen Durchschnittsverdienste (38 400 Euro je Arbeitnehmer) ist das Verarbeitende Gewerbe von besonderer Bedeutung im Südwesten. Mit etwa 54,2 Mrd. Euro stellte dieser Wirtschaftsbereich knapp vier Zehntel der gesamten Bruttolöhne und -gehälter des Jahres 2009. Mit deutlichem Abstand folgte der Bereich Öffentliche und private Dienstleister, in dem etwas mehr als zwei Zehntel der Bruttolohn- und -gehaltsumme ausbezahlt wurden. Jeweils deutlich über ein Zehntel entfielen auf die Wirtschaftsbereiche Finanzierung, Vermietung und Unternehmensdienstleister sowie Handel (einschließlich Instandhaltung und Reparatur von Kfz und Gebrauchsgütern). Ein weiteres Zehntel verteilte sich nahezu gleichmäßig auf die Bereiche Baugewerbe, Verkehr und Nachrichtenübermittlung sowie die übrigen Wirtschaftsbereiche.

(Redaktion/Stat. LA)