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Vermischtes | Mo, 28.03.2011 11:18

Zur Landtagswahl in Baden-Württemberg: CDU mit starkem Rückhalt in kleineren Gemeinden, SPD und GRÜNE in größeren Städten erfolgreich

Die CDU erzielte ihre höchsten Stimmenanteile in den kleineren Gemeinden des Landes mit unter 10.000 Einwohnern: Hier lag sie mit 43,5 Prozent spürbar über ihrem landesweiten Ergebnis. Bei den Christdemokraten zeigt sich zudem eine tendenzielle Abnahme der Stimmenanteile mit zunehmender Größe der Gemeinden: In den Städten mit 100.000 und mehr Einwohnern entschieden sich lediglich 30,9 Prozent der Wähler für die CDU. Die SPD hingegen konnte mit 24,1 Prozent in Städten von 50.000 bis 100.000 Einwohnern punkten. Ebenfalls überdurchschnittlich viele Stimmen (24,0 Prozent) gingen in den Gemeinden mit 100.000 und mehr Einwohnern auf das Konto der Sozialdemokraten. In kleineren Gemeinden mit unter 10.000 Einwohnern blieb die SPD mit 21,6 Prozent dagegen erkennbar unter ihrem Landeswert.


Ähnlich lässt sich das Wahlergebnis der GRÜNEN in Bezug auf Gemeindegrößenklassen beschreiben. Sie erzielten mit 31,4 Prozent der gültigen Stimmen ihre besten Resultate in den großen Gemeinden mit 100.000 und mehr Einwohnern. In den Gemeinden der Größenklasse von unter 10.000 Einwohnern verfehlten sie hingegen mit 21,1 Prozent den Landesdurchschnitt. Die Wahlergebnisse der FDP zeigen im Gegensatz zu CDU, SPD und GRÜNEN eine vergleichsweise geringe Abhängigkeit von der Gemeindegrößenstruktur. So entspricht das Ergebnis der Liberalen in Gemeinden mit unter 10.000 Einwohnern mit 5,3 Prozent dem Landesergebnis. In Gemeinden von 10.000 bis 50.000 Einwohnern erzielte die FDP 5,4 Prozent der gültigen Stimmen, in den Städten von 50.000 bis unter 100.000 bzw. darüber kamen sie auf jeweils 5,0 Prozent bzw. 5,1 Prozent.

Ergebnisse in Gemeinden mit über 30.000 Einwohnern: Die CDU schnitt mit 44,8 Prozent der Stimmen am besten in Pforzheim ab. Darauf folgten Schwäbisch Gmünd mit 44,1 Prozent und Albstadt mit 43,0 Prozent. Die SPD konnte in Rheinfelden (34,4 Prozent), Heidenheim an der Brenz (32,5 Prozent), Albstadt (30,7 Prozent) und Mannheim (30,6 Prozent) die höchsten Stimmenanteile für sich verbuchen. Die GRÜNEN brachten in den Universitätsstädten Freiburg (43,0 Prozent), Tübingen (40,8 Prozent), und Heidelberg (36,7 Prozent) die meisten Wähler hinter sich. Die FDP konnte ihr bestes Ergebnis in Fellbach (8,8 Prozent) erzielen, gefolgt von Waiblingen (7,9 Prozent) und Leonberg (7,4 Prozent).

Wahlbeteiligung erstmals seit 1988 wieder gestiegen

Nachdem die Wahlbeteiligung bei der Landtagswahl 2006 ihren Tiefststand erreicht hatte, lag die Beteiligungsquote mit 66,2 Prozent bei der Landtagswahl 2011 um 12,8 Prozentpunkte über der Marke von 2006 (53,4 Prozent).

Bei der Wahlbeteiligung zeigte sich tendenziell ein Gefälle mit zunehmender Größe der Gemeinden. Demnach war die höchste Beteiligungsquote in den Gemeinden mit 10.000 und weniger Einwohnern festzustellen (68,2 Prozent).

Die höchste Wahlbeteiligung unter den Gemeinden mit über 30.000 Einwohnern konnte in Tübingen festgestellt werden, wo sich 76,8 Prozent der Wahlberechtigten an der Wahl zum 15. Landtag von Baden-Württemberg beteiligten. Auch in Leinfelden-Echterdingen (74,1 Prozent), Ostfildern (73,6 Prozent) und Fellbach (73,5 Prozent) lag die Beteiligungsquote am Urnengang besonders hoch. Schlusslicht bei der Wahlbeteiligung war die Gemeinde Lahr, wo lediglich 49,9 Prozent von ihrem Wahlrecht Gebrauch machten.

Die Spannbreite zwischen der höchsten Beteiligungsquote von 77,7 Prozent im Wahlkreis Stuttgart II und der niedrigsten im Wahlkreis Mannheim I (52,6 Prozent) betrug 25,1 Prozentpunkte. In 12 Wahlkreisen lag die Beteiligung bei unter 62 Prozent. Von diesen Wahlkreisen mit der niedrigsten Wahlbeteiligung zählen mit einer Ausnahme (Schwäbisch Hall) alle zum badischen Landesteil. Hingegen waren neun der zehn Wahlkreise mit der höchsten Wahlbeteiligung in der Region Stuttgart zu finden. Betrachtet man die Wahlbeteiligung in den Hochburgen und Diasporagebiete der Parteien, so zeigen sich folgende Ergebnisse: In den Hochburgen der GRÜNEN (69,1 Prozent) und den Hochburgen der Liberalen (67,8 Prozent) war eine überdurchschnittlich hohe Wahlbeteiligung festzustellen. Nur unterdurchschnittlich war hingegen die Beteiligungsquote in den Hochburgen der SPD (61,7 Prozent) und der CDU (64,3 Prozent).

(Redaktion/Stat. LA)