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Vermischtes | Fr, 18.03.2011 08:11

Zur Landtagswahl in Baden-Württemberg: Weiterer Rückgang oder Neubelebung der Wahlbeteiligung?

Am 27. März 2011 wird in Baden-Württemberg ein neuer Landtag gewählt. Von besonderem Interesse wird auch die Frage sein, ob sich der Abwärtstrend bei der Wahlbeteiligung fortsetzen wird. Nach rund 64 Prozent bei der Wahl zur Verfassungsgebenden Landesversammlung im Jahr 1952 lag die Beteiligung am Urnengang 1972 bei historisch hohen 80 Prozent. Wie das Statistische Landesamt feststellen konnte, sinkt die Wahlbeteiligung – mit Ausnahme der Landtagswahl 1988 – seither kontinuierlich und erreichte bei der Landtagswahl 2006 mit 53,4 Prozent ihren historisch niedrigsten Stand. Zudem weist der Südweststaat unter den alten Bundesländern die im Durchschnitt niedrigste Wahlbeteiligung bei Landtagswahlen auf.


Die Wahlbeteiligung bei der Landtagswahl 2006 war durchweg in allen Wahlkreisen stark rückläufig. Dennoch war der Wahleifer der Baden-Württemberger regional unterschiedlich ausgeprägt. Die Spannbreite zwischen der höchsten Beteiligungsquote (62,6 Prozent in Stuttgart II) und der niedrigsten (40,8 Prozent in Mannheim I) betrug knapp 22 Prozentpunkte. In 15 Wahlkreisen lag die Beteiligung bei unter 50 Prozent. Von diesen Wahlkreisen mit der niedrigsten Wahlbeteiligung lagen 13 im badischen Landesteil. Neun der zehn Wahlkreise mit der höchsten Wahlbeteiligung waren hingegen in der Region Stuttgart zu finden. Die regionalen Unterschiede spiegeln sich auch auf der Ebene der Regierungsbezirke wider: Während die Wahlbeteiligung in den Regierungsbezirken Stuttgart (55,8 Prozent) und Tübingen (54,6 Prozent) überdurchschnittlich hoch war, fiel sie in den Regierungsbezirken Karlsruhe (51,5 Prozent) und Freiburg (50,4 Prozent) deutlich niedriger aus.

Die Betrachtung der Wahlbeteiligung nach Geschlechtern zeigt, dass die Wahlbeteiligung von Frauen bei allen bisherigen Landtagswahlen niedriger als bei Männern ausfiel. Nach den Ergebnissen der Repräsentativen Wahlstatistik1) lag die Wahlbeteiligung2) der Männer mit 51,2 Prozent auch bei der Landtagswahl 2006 um 2,7 Prozentpunkte über der der Frauen mit 48,5 Prozent. Besonders wahlmüde sind dabei junge Frauen und Seniorinnen. Von 1964 bis 2006 lag die Wahlbeteiligung der Jungwählerinnen von 18 bis 24 Jahren im Durchschnitt um 4 Prozentpunkte, die Wahlbeteiligung der Frauen ab 60 Jahren sogar um 10 Prozentpunkte unterhalb der Vergleichsgruppe der Männer.

Seit ihrem Höchststand bei der Landtagswahl 1972 sank die Wahlbeteiligung bis zur Landtagswahl 2006 um 26,6 Prozentpunkte. Besonders hoch fiel der Rückgang der Wahlbeteiligung2 in den mittleren Altersgruppen aus: So ging die Wahlbeteiligung der 25- bis 34-jährigen Wähler um 40,3 Prozentpunkte auf 34,8 Prozent, die der 35- bis 44-Jährigen um 35,5 Prozentpunkte auf zuletzt 47 Prozent bei der Landtagswahl 2006 zurück. Der Wahleifer der Jungwähler (18 bis 20 Jahre) sank dagegen weniger stark um 27,2 Prozentpunkte. Vergleichsweise gering fällt auch der Rückgang bei den 60- bis 69-Jährigen (20,5 Prozentpunkte) und der 70 Jahre und älteren Wähler (17,6 Prozentpunkte) aus.

(Redaktion)