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Wirtschaft | Mi, 03.09.2008 12:08

Zwei Clusterinitiativen aus der Region Rhein-Neckar unter den fünf Gewinnern des Spitzencluster-Wettbewerbs

Ministerpräsident Günther H. Oettinger, Wirtschaftsminister Ernst Pfister und Staatssekretär Dietrich Birk: Weiterer Schub für Innovationskraft Baden-Württembergs - Ergebnis belegt hohe Qualität der Forschung und erfolgreiches Zusammenspiel von Wirtschaft und Wissenschaft im Land


„Die intensive Zusammenarbeit von Wissenschaft und Wirtschaft ist ein Hauptgrund für den Erfolg Baden-Württembergs. Nun erhält die Innovationskraft im Land einen weiteren Schub. Dass zwei Clusterinitiativen aus der Region Rhein-Neckar unter den Gewinnern des Spitzencluster-Wettbewerbs im Rahmen der Hightech-Strategie des Bundes sind, belegt auch die hohe Qualität der Forschung im Land.“ Dies sagten Ministerpräsident Günther H. Oettinger, Wirtschaftsminister Ernst Pfister und Dietrich Birk, Staatssekretär im Ministerium für Wissenschaft, Forschung und Kunst, am Dienstag (2. September 2008) in Stuttgart. Gewinner sind die beiden Cluster „Forum Organic Electronics in der Metropolregion Rhein-Neckar“ und „Zellbasierte & Molekulare Medizin“ (ebenfalls in der Metropolregion Rhein-Neckar). Insgesamt werden an Bundesmitteln bis zu 80 Millionen Euro für die beiden Cluster zur Verfügung stehen.

„In den geförderten Clustern kooperieren wissenschaftliche Einrichtungen eng mit Unternehmen von Weltrang, aber auch mit erfolgreichen Mittelständlern. Dadurch entstehen Innovationen schneller als bisher. Dies beflügelt die Wettbewerbsfähigkeit der Wirtschaft und sichert unseren Wohlstand“, sagten Oettinger, Pfister und Birk. „Die geförderten Cluster haben nun die Chance, sich international in der Spitzengruppe zu etablieren, sowohl in der Wirtschaft als auch in der Wissenschaft.“

Die Landesregierung habe beschlossen, die erfolgreichen Cluster mit einem Betrag von jeweils einer Million Euro pro Förderjahr zu unterstützen. „Mit diesen Mitteln sollen Strukturen gefördert werden, die für ein funktionstüchtiges Clustermanagement erforderlich sind“, erklärten Oettinger, Pfister und Birk.

Die Tatsache, dass fünf von zwölf Finalisten des Wettbewerbs aus Baden-Württemberg stammten, belege eindeutig die Technologiestärke des Südwestens. Schon in der Bewerbungsphase hätten Wissenschaft und Wirtschaft ihre Kontakte intensiviert und ausgeweitet. „Beide Seiten haben davon profitiert, deshalb gibt es bei dem Spitzenclusterwettbewerb auch keine Verlierer“, betonten Pfister und Birk. Initiativen, die in diesem Jahr nicht zum Zuge gekommen seien, können sich in der zweiten oder dritten Wettbewerbsrunde erneut bewerben.

Die Auswahl der geförderten Cluster erfolgte durch eine hochrangig besetzte, unabhängige Jury. Aus den zwölf Finalisten wurden fünf Spitzencluster ausgewählt, die über einen Zeitraum von fünf Jahren mit insgesamt bis zu 200 Millionen Euro gefördert werden können (pro prämiertem Cluster ca. 40 Millionen Euro – die gewährte Fördersumme wird sich an den beantragten Projekten orientieren). Die Förderung umfasst einen Zeitraum von fünf Jahren.

Hintergrundinformationen zum Wettbewerb:
Der Spitzencluster-Wettbewerb, das Flaggschiff der High-Tech-Strategie der Bundesregierung, umfasst drei Förderrunden und ist insgesamt mit 600 Millionen Euro dotiert. Von Seiten der Wirtschaft wird eine finanzielle Beteiligung in Höhe von 50 Prozent der förderfähigen Ausgaben erwartet. Thematische Vorgaben gibt es bei diesem Wettbewerb nicht. Grundlage der Förderung ist eine gemeinsame Strategie der Cluster-Akteure, die auf vorhandenen Stärken aufbaut und auf die zielgerichtete Ausschöpfung zukunftsorientierter Entwicklungspotenziale ausgerichtet ist. Dabei wird die Berücksichtigung der gesamten Wertschöpfungskette – von der Idee bis zur wirtschaftlichen Verwertung – vorausgesetzt. Ziel des Wettbewerbes ist es, die Innovationskraft der leistungsfähigsten Cluster aus Wissenschaft und Wirtschaft in Deutschland zu stärken und sie auf dem Weg in die internationale Spitzengruppe zu unterstützen.

Hintergrundinformationen zu den geförderten Clustern aus Baden-Württemberg:

Der Cluster „Forum Organic Electronics in der Metropolregion Rhein-Neckar“
Der Cluster „Forum Organic Electronics in der Metropolregion Rhein-Neckar“ integriert Wissenschaft und Wirtschaft entlang der gesamten Wertschöpfungskette der Organischen Elektronik, angefangen bei der Erforschung und Entwicklung neuer Materialien, über die Konzeption von Bauelementen und die Herstellung von Systemen bis hin zur Vermarktung neuartiger Anwendungen.

Zur Umsetzung des Clusterziels, sich als weltweit führendes Zentrum für Organische Elektronik zu etablieren, werden die Kompetenzen der Partner in der InnovationLab GmbH, der gemeinsam von Hochschulen und Unternehmen getragenen Forschungs- und Transferplattform gebündelt. In der Einrichtung werden die interdisziplinäre Zusammenarbeit, der Wissenstransfer und die Nachwuchsförderung auf dem Gebiet der Organischen Elektronik gezielt gefördert und damit die Innovationsgeschwindigkeit und Wertschöpfung in Deutschland deutlich erhöht.

Die Organische Elektronik adressiert die weltweit drängenden Probleme einer umweltfreundlichen Energieerzeugung mittels Organischer Photovoltaik, einer sparsamen Energienutzung mittels Organischer Leuchtdioden und die Ressourcen schonende, umweltfreundliche Produktion organischer elektronischer Komponenten beispielsweise im Bereich intelligenter Verpackungen und Sensoren.

Der Biotechnologie-Cluster „Zellbasierte & Molekulare Medizin“ in der Metropolregion Rhein-Neckar
Die Metropolregion Rhein-Neckar ist eines der führenden Biotechnologiecluster in Deutschland. Besonders im Bereich der zellbasierten und molekularen Medizin ist die wissenschaftliche Exzellenz mit der Elite-Universität Heidelberg, dem Exzellenzcluster „Zelluläre Netzwerke“, dem Deutschen Krebsforschungszentrum und dem European Molecular Biology Laboratory auf engstem Raum konzentriert. Eine weitere Stärke der Region ist die hohe Dichte an großen pharmazeutisch-chemischen Industrieunternehmen. Unter der neuen Marke „BioRN“ konnten über 100 starke Partner aus Wirtschaft, Wissenschaft und Politik für die Finanzierung und Umsetzung einer gemeinsamen Clusterstrategie gewonnen werden, davon 43 Partner mit eigenen Projektanträgen. Mit den insgesamt 63 Einzelprojekten (Gesamtvolumen 173 Millionen Euro), die in fünf strategischen Schwerpunkten gebündelt sind, soll der BioRN-Cluster in einem Förderzeitraum von fünf Jahren sein Profil weiter schärfen und nachhaltig eine Spitzenposition in Europa erreichen. Als Kernziel sollen in einer vernetzten Infrastruktur insgesamt 70 neue Arzneimittel, Diagnostika und Technologieplattformen sowie 19 innovative Dienstleistungen aus dem Bereich zellbasierte und molekulare Medizin zur industriellen Reife gebracht und somit ein Marktpotenzial in Höhe von mehreren Milliarden Euro für den BioRN-Cluster erschlossen werden.

Quelle: Staatsministerium Baden-Württemberg